Universelle Gesetze (Vortrag von Barbara Maria Piel auf dem Edgar Cayce-Gesundheitskongress in Hamburg 2003) Inhalt:
Einleitung Liebe Edgar Cayce Freunde, ich stehe hier vor der Aufgabe ein recht komplexes Thema in der kurzen Zeit von einer Stunde vor Ihnen darzulegen. In Wirklichkeit erscheint dieses Thema allerdings nur so komplex, da wir versuchen alles mit unserem logisch denkendem Verstand wahrzunehmen. Der Grundton der gesamten Schöpfung ist Einfachheit. Wenn wir uns von dem Lächeln eines Kindes zutiefst berühren lassen, wenn wir empfinden, dass ein Regentropfen auf unserer Haut die gesamte Schöpfung enthält, wenn wir von Herzen etwas gegeben haben ohne an uns selbst zu denken, dann haben wir für einen Augenblick das Gesetz begriffen. Als Jesus gefragt wurde,
welches Gebot im Gesetz das wichtigste ist, antwortete er: „Du sollst
deinen Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele
und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot.
Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie
dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den
Propheten.“ (Matthäus 22,37-22,40) Was ist das Gesetz?
Das Gesetz ist Teil von uns Das Gesetz ist so sehr Teil von uns und wir von ihm, dass wir blind, taub und gefühllos wurden für das, was wesentlich ist. Einige Fische eines kleinen Sees warfen bei einer Versammlung eine Frage auf. „Alle sagen immer das unser Leben vom Wasser abhängt. Wenn es doch so ist, dass Wasser für uns überlebensnotwendig ist, dann wollen wir wissen was das ist, dieses Wasser.“ Aber niemand aus der Versammlung konnte ihnen eine Antwort darauf geben. „Im großen Meer“, sagte ein älterer Fisch, „lebt ein alter Weiser. Der wird es wissen was Wasser ist.“ Also machten sich einige von den Mutigsten auf um den alten Weisen zu suchen. Sie hatten viele Strapazen und Gefahren auf ihrer weiten Reise in das große Meer zu bestehen. Ihre lange Suche wurde belohnt. Endlich fanden sie den alten weisen Fisch und sie fragten ihn: „Alter ehrwürdiger Fisch, wir machten diese weite Reise um von dir zu erfahren was das Wasser ist. Denn man erzählte uns, dass Wasser für uns Fische überlebensnotwendig ist. Aber niemand konnte uns bisher eine Antwort darauf geben.“ Der alte Weise sah die Jüngeren an und sagte: „Ihr dummen Fische, was sucht ihr? Im Wasser lebt ihr, bewegt ihr euch und habt in ihm euer Sein. Das Wasser ist in euch und ihr seid in ihm. Ohne Wasser könnt ihr nicht sein.“ (Nacherzählung) Was ist das Gesetz? Edgar Cayce sagte in einem Reading dazu: Wahrheit ist immer das unveränderliche Gesetz. Das Gesetz verändert sich niemals, auf keinste Art und Weise. Es bleibt immer gleich. Darauf können wir uns verlassen. Es gibt uns Halt und Geborgenheit. Gott, Liebe wird uns niemals verlassen. Erst, wenn wir unseren göttlichen Ursprung vergessen und für die stille, leise Stimme in uns taub werden, stellen sich Schwierigkeiten ein.
Gesetz, Gott, Wahrheit und Liebe sind eins. „Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen“, finden wir im Matthäus Evangelium. Wovon werden wir frei, wenn wir die Wahrheit, die Liebe, Gott, das Gesetz erkennen? Wir werden frei von Selbstsucht, von Selbstbezogenheit mit der wir uns immer wieder anfüllen. Frei ist nur der Mensch der durch nichts behindert werden kann und dessen Wünsche ihr Ziel erreichen. Wenn wir uns bewusst werden was unser Eigen ist und was anderen gehört, haben wir es in unserer Macht freie Menschen zu werden. Uns gehört nur der göttliche Geist, der in uns ist. Alle Dinge und Lebewesen haben das gleiche Recht auf Freiheit. In dem Maße, wie wir anderen ihre Freiheit nehmen, indem wir ihnen z.B. unseren Willen aufdrängen, über sie urteilen, sie kontrollieren, manipulieren, damit sie unsere Wünsche erfüllen, verlieren wir unsere eigene Freiheit. Denn unser Begehren bleibt an uns haften, füllt uns an und verdrängt die Liebe aus uns. Wir sind unseres Bruders Hüter, aber nicht sein Herr. Das ist Gott allein. Ebenso werden wir unsere Freiheit verlieren, wenn wir uns von anderen ihren Willen aufzwingen lassen. Freiheit ist unser natürliches Geburtsrecht, wie es auch das Geburtsrecht eines jeden anderen Lebewesens und Dinges ist. Was müssen wir also tun, um uns zu befreien? Wir müssen uns leeren von dem was uns einengt, um Platz für göttliche Liebe zu schaffen.
Liebe Liebe bedeutet aus dem Inneren heraus zu geben was gebraucht wird, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Am einfachsten ist Liebe vielleicht zu verstehen, wenn wir uns vorstellen, dass sie in ständigem Fluss eines gegenseitigen Austausches ist. Unterbrechen wir diesen freien Fluss, kommt es zu Anstauungen in uns, die uns im Inneren unzufrieden machen. Geben können wir nur das, was in uns ist. Wenn wir frei sein wollen, dürfen wir nur dem göttlichen Gesetz in uns gehorchen und niemand anderem sonst. Kein Mensch kann aus sich selbst heraus lieben. Wenn wir wirklich lieben, ist es Gott, die Liebe selbst, der durch uns wirkt. Wir sind lediglich Werkzeuge, die allerdings einen zur Liebe widersprüchlichen Eigenwillen in Anspruch nehmen können. Da Gleiches dem Gesetz nach aber immer Gleiches erzeugt, sollten wir bedenken, was wir in uns haben möchten. In welchem Geist sind wir bereit zu handeln? Wenn der Geist des Hasses in uns wohnt, können wir nur in diesem Geist handeln. Wenn der Geist der Angst in uns wohnt, handeln wir aus Angst. Wenn der Geist der Liebe in uns wohnt, handeln wir aus Liebe. Das was innen ist bringen wir unweigerlich nach außen. Der innere Beweggrund unserer Handlungen projiziert die gleiche Energieschwingung auf die Außenwelt. Wir begegnen immer uns selbst. Das was innen ist ziehen wir auch aus der Außenwelt an, denn wir ernten was wir säen. Edgar Cayce sagte in einem Reading: „Womit du dich intensiv beschäftigst...das bekommst du...Was du hasst, stößt dir plötzlich zu...“ (2034-1)AR Wohnt Hass in uns, ziehen wir Ereignisse an, die den Hass weiter schüren. Wohnt Angst in uns, ziehen wir beängstigende Ereignisse an. Wohnt Liebe in uns, begegnen wir ihr wo immer wir sind. Die Gedanken, Gefühle, Handlungen, die wir in uns nähren, werden wir als Erfahrung in die Realität ziehen. Das bedeutet nicht, dass wir niemals negative Erfahrungen machen müssten. Selbst, wenn wir immer nur von Liebe erfüllt wären, würden unangenehme Erfahrungen auf uns zukommen. Edgar Cayce sagte das allem begegnet werden muss. Aber es ist unsere Entscheidung wie wir auf eine Situation reagieren. Wir könnenlernen unseren inneren Frieden unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Als ich 15 Jahre alt war begegnete ich in einer Stadt zwei Jungen, die vielleicht zwei Jahre jünger waren als ich selbst. Sie versperrten mir den Weg und bauten sich vor mir auf. Einer von ihnen hielt mir eine gespannte Steinschleuder vor die Stirn. Beide starrten mich an und ich blickte zurück. Beinahe schlagartig befand ich mich in einem meditativem Zustand, in dem mein Bewusstsein erheblich erweitert war. Ich empfand nichts als tiefe Liebe. Wahrscheinlich, weil ich nicht reagierte, zog der Junge mit der Steinschleuder diese straffer und drohte: „Ich lasse los.“ „Ja, mach das“, sagte ich. Die beiden starrten mich ungläubig an. „Ich lasse los“, drohte er noch einmal, schon nicht mehr so überzeugt. „Die hat gar keine Angst“, sagte der andere Junge. Mit einem Male drehten sich beide wie auf Kommando um und rannten, als wäre der Teufel hinter ihnen her. Es dauerte eine ganze Weile bis mein normales Bewusstsein sich wieder einstellte. Ich bin für dieses Erlebnis sehr dankbar. Es hat mir gezeigt, dass göttliche Liebe in jeder Situation erfahren werden kann. Während der gesamten Situation hatte ich mich vollkommen beschützt gefühlt.
Geist und Natur sind eins Wir leben in schwierigen Zeiten. Es scheint so, als hätten die meisten Menschen ihren göttlichen Ursprung vergessen. Sie sehen die Natur nicht mehr als Teil ihres Wesens und erkennen nicht mehr, dass alles Leben untrennbar miteinander verwoben ist. Und doch ist es so, dass die Ausbeutung und Zerstörung auch nur eines kleinen Teils der Natur sich auf alles Leben auswirkt das ist. Edgar Cayce wollte, dass wir verstehen, dass der Geist und die Natur auf dem gleichen Muster beruhen. Das Bild / Muster welches Gott schuf, finden wir sowohl im Geist, als auch in der Natur wieder. Kein Teil der Materie kann existieren, wenn er nicht gleichzeitig im Geist vorhanden ist. Alles was außen ist, ist auch innen. Ich möchte an dieser Stelle eine Passage wiedergeben, die aus dem wiederentdeckten Friedensevangelium der Essener stammt: Hier sagt Jesus: „Wahrlich, ich sage euch, niemand kann glücklich sein, außer er hält das Gesetz.“ Und die anderen antworteten: „Wir halten all die Gesetze von Moses, dem Gesetzesbringer, genau wie sie in den heiligen Schriften geschrieben sind.“ Und Jesus antwortete: „Sucht nicht das Gesetz in den Schriften, denn das Gesetz ist Leben, während die Schrift tot ist. Wahrlich, ich sage euch, Moses erhielt die Gesetze nicht aufgeschrieben von Gott, sondern (er erhielt die Gesetze) durch das lebendige Wort. Das Gesetz ist das lebendige Wort des lebendigen Gottes an lebendige Propheten für lebendige Menschen. In allem Lebendigen ist das Gesetz. Ihr findet es im Gras, im Baum, im Fluss, im Berg, in den Vögeln des Himmels, in den Fischen des Meeres; doch sucht es hauptsächlich in euch selbst. Denn wahrlich, ich sage euch, alle lebendigen Dinge sind Gott näher als die Schrift, die ohne Leben ist. So machte Gott das Leben und alle lebendigen Dinge, dass sie durch das ewige Wort die Gesetze des wahren Gottes den Menschen lehren können. Gott schrieb die Gesetze nicht auf Buchseiten, sondern in eure Herzen und euren Geist. Sie sind in eurem Atem, eurem Blut, euren Knochen, in eurem Fleisch, euren Eingeweiden, euren Augen und Ohren und in jedem kleinsten Teil eures Körpers. Sie sind gegenwärtig in der Luft, im Wasser, in der Erde, in den Pflanzen, in den Sonnenstrahlen, in den Tiefen und Höhen. Sie sprechen alle zu euch, damit ihr die Sprache und den Willen des lebendigen Gottes verstehen könnt....“
Der Mensch als Schöpfer seiner Wirklichkeit Gott schuf den Menschen nach seinem Bild / Muster. Wir sind seine Kinder und somit auch Mitschöpfer, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Edgar Cayce sprach von einer Schöpfungsformel mit folgendem Wortlaut: Der Geist ist das Leben (Spirit is the life) Der Geist ist das Leben. Im Grunde gibt es nur einen Geist. Dieser ist universell, spirituell, alles durchdringend, alles erhaltend. Es ist der Geist Gottes. Wenn wir nun diesen einen Geist, der in allem wohnt und in dem sich alles was ist bewegt, der selbst das Leben ist, wenn wir diesen Geist einschränken und behindern durch ein Ideal (einen Beweggrund / ein Motiv) welches nur unserer Selbstsucht dient, dann wird das Ergebnis entsprechend selbstsüchtig sein. Der Verstand ist der Erbauer.
Unser Verstand kann sowohl geistig als auch materiell ausgerichtet sein
und er kann sowohl helfend als auch hindernd agieren. Gewöhnlicherweise
kennt er eine Einheit aller Dinge nicht. Der Verstand ist meistens auf
die Sinne zentriert, die ihm suggerieren, dass alle Dinge getrennt
existieren. Unser Verstand herrscht über unser Bewusstsein. Wenn wir
uns der geistigen Welt bewusst werden wollen, müssen wir unser
Bewusstsein erweitern um aufnehmen zu können was für den logisch
denkenden Verstand nicht nachvollziehbar ist. Wir können ihn dazu
anleiten seine Wurzeln, seine Quelle wiederzuentdecken und über die
Eindrücke der materiellen Sinne hinauszublicken. Wir können lernen die
Sinne im Einklang mit dem Geist, der ja das Leben ist, zu gebrauchen. Das Materielle ist das Ergebnis.
Der Geist unserer Handlungen, das Ideal bestimmt das Ergebnis. Es macht
sehr viel aus, ob wir einem Bettler aus Mitgefühl von innen heraus oder
aus Pflichtgefühl geben. Es macht einen großen Unterschied ob wir sagen
„Ich liebe dich“ um etwas zurückzubekommen oder um unser tiefstes
Empfinden auszudrücken.
Einstellungen Heutzutage werden häufig Einstellungen propagiert wie: „Bete und werde reich.“ Aber was für ein materielles Ideal / Motiv haben wir dann in uns? Wollen wir ein goldenes Kalb anbeten statt Gott? Wird uns Reichtum inneren Frieden, Glück und Liebe bringen? Es ist uns gesagt worden, dass wir zuerst das Reich Gottes (in uns) suchen sollen. Alles andere wird uns dazugegeben. Denn das Ergebnis unserer aufrichtigen Bemühungen sollten wir Gott überlassen. Gott allein weiß, was wir für unsere Entwicklung brauchen. Er ist unser Vater und er wird uns sicher mit allem nötigen versorgen, wenn wir es nur zulassen. „Es stimmt, dass Einstellungen oft den physischen Zustand des Körpers beeinflussen. Niemand kann seinen Nachbarn hassen, ohne Magen- und Leberbeschwerden zu entwickeln. Niemand kann eifersüchtig sein und sich deswegen ärgern, ohne seine Verdauung oder sein Herz zu belasten.“ (4022-1) Die geistige Quelle negativer Einstellungen, sagte Edgar Cayce, sind ein falsches Selbstbild oder ein falsches Verständnis der Natur des Selbst. Damit wir wirklich leben können (das bedeutet eins sind mit dem göttlichen Geist, der das Leben ist), muss das Muster des spirituellen Ideals im Einklang sein mit dem Geist, damit nur Einstellungen den Filter passieren können, die dem Muster entsprechen. So erhalten wir natürlicherweise direkte Führung durch den Geist.
L(G)ebensaufgabe Wenn der Verstand ein hohes Ideal setzt, das im Einklang mit dem Geist ist, dann kann der Geist frei fließen und wir handeln aus Liebe. Wir geben aus freien Stücken von innen heraus. In solchen Augenblicken der Selbstlosigkeit, sind wir gottähnlich. Deshalb sind unsere wahren innersten Wünsche, Empfindungen und Sehnsüchte die dem göttlichen Geist entspringen niemals selbstsüchtig, auch wenn uns dies von unserer Umwelt oftmals eingeredet wird. Erst, wenn unser Ideal, unsere Beweggründe solcher Art sind, dass wir versuchen anderen unsere Wünsche aufzudrängen oder wenn wir uns aus Unsicherheit, Angst,... durch Einmischungen anderer in unserem Leben beeinflussen lassen, beschränken wir den unendlichen Geist, der sich doch gerade durch unsere einzigartige Individualität ausdrücken will. Wir müssen nichts anderes tun als wir selbst zu sein. Das ist unsere einzige Lebensaufgabe. Wir alle sind, wie alles Leben, erfüllt von dem einen gleichen Geist und doch bietet jeder von uns Gott, dem Gesetz, der Wahrheit, der Liebe die Möglichkeit sich auf einzigartige Weise zu offenbaren. Edgar Cayce sagte, dass Gott uns braucht, so wie wir ihn brauchen. Wir sind in Wahrheit eins.
„Und in dir ist ein Fels, (Das Evangelium der Essener, Dr. E. Bordeaux Szekely, S.122)
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